Das Naturschutzgebiet Capo Feto und Umgebung

Naturschutzgebiet Capo Feto: ein Paradies für Kitesurfer

Im südlichsten Teil der Provinz Trapani, westlich von Mazara del Vallo, liegt eines der letzten Küstenfeuchtgebiete Siziliens, das wegen seiner Bedeutung zu den besonders schützenswerten Gebieten im EU-Raum gehört. Das Naturschutzgebiet Capo Feto besteht aus etwa 453 Hektar Sanddünen und kleinen Teichen. Durch einen Sandgürtel vom Meer getrennt, ist das Gebiet im Winter fast ganz vom Wasser überspült, in den Sommermonaten aber trockener; es zeigt besonders reichhaltige Überreste von Neptunsgras (Poseidonia), einer ursprünglich terrestrischen Mittelmeerpflanze, die im Laufe der Evolution ihren Standort ins Meer verlagert hat und heute dank der Strömungen auf dem Meeresboden entlang der Küste wächst. Im Winter trennen sich die trockenen Blätter vom Stängel und sammeln sich in Ufernähe an, wo sie die typischen, manchmal sehr großen Matten bilden. Diese Pflanzenteppiche haben am Capo Feto eine natürliche Barriere geschaffen, sodass der durch sie abgeschlossene Teil des Meeres heute eine kleine Lagune bildet. Die Gegend ist demnach gekennzeichnet durch ausgedehnte, meist von Brackwasser durchströmte Feuchtgebiete, das ideale Habitat für zahlreiche Vogelarten, die hier auf ihrem Weg über die Straße von Sizilien nach Afrika und umgekehrt Station machen, oder die am Capo Feto überwintern. Die am häufigsten anzutreffende Pflanze ist die Strandaster, die den hohen Salzgehalt des hiesigen Erdreichs verträgt, während auf den Dünen am Meer Strandhafer, Meersenf, Meerfenchel, Meerstrandnarzisse und Heiligenkraut wachsen. An der Küste selbst findet man oft die von Strömungen und Wellen geformten typischen Ballen aus braunen Poseidonia-Blättern. Von 1999 bis 2002 waren die Sumpfgebiete um Capo Feto Teil des EU-Projekts „Life, Nature“, in dessen Verlauf verschwundene Tierarten wieder in die betreffenden Landschaften ausgewildert wurden. 2006 fand am Capo Feto eine unterseeische Grabungskampagne statt, die die Überreste mehrerer antiker Schiffe zutage förderte, die vermutlich aus dem 4./3. Jh. v. Chr. stammen. Vor dem vollkommen sauberen Strand des Naturschutzgebiets Capo Feto liegen sandige Meeresböden; hier steht auch ein hübscher alter Leuchtturm. Zwischen dem Hafen von Mazara del Vallo und dem Naturreservat Capo Feto erstreckt sich die Uferpromenade „Fata Morgana“ an einem ca. 4 km langen Strand aus feinem grauweißem Sand entlang, von dem diverse Abschnitte als Lido eingerichtet sind.

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