Nationalpark Madonie

Der Madonien-Naturpark und seine Schätze

Der Madonien-Naturpark wurde 1989 auf einer Fläche von 40.000 Ha eingerichtet; das Gebirgsmassiv bildet heute dank seiner überaus artenreichen Vegetation eines der bekanntesten Ökosysteme im Mittelmeerraum. An der Nordflanke der Insel gelegen, umfasst er 15 Gemeinden, deren Einzugsgebiet von Cefalù ausgehend ins Inselinnere reicht. Diese kleinen Ortschaften, von denen viele von Arabern und Normannen zur Verteidigung des Hinterlandes gegründet wurden, vermitteln einen plastischen Eindruck davon, wie die traditionellen Bergdörfer Sizilien einst ausgesehen haben mögen. Der höchste Gipfel ist der Pizzo Carbonara, mit seinen 1.979 m der zweithöchste Berg Siziliens; zu diesem Bergmassiv gehört auch Piano Battaglia, ein malerischer, wenn auch winziger Skiort. Die Wälder des Madonien-Gebirges gehören zu den vielfältigsten des Mittelmeerraumes: Bis zu einer Höhe von 1.500 m wachsen hier Buchen, Ulmen, Stein- und Korkeichen und selbst Stechpalmen; daneben bietet diese ökologische Nische zahlreichen endemischen Pflanzen- und Baumarten Platz, die nur hier wachsen. Der Park bietet zahlreiche Wander-, Rad- und Reitwege, auf denen man die verborgenen Schätze des Naturparks in aller Ruhe kennen lernen kann, führen sie doch durch Wälder, und Täler, über Hochebenen und Hügel bis in die verstecktesten Winkel der Madonien. Hier gibt es seltene Bäume (darunter die so gut wie ausgestorbene Tannenart Abies Nebrodensis), Quellen, kleine Wasserfälle, dichte Wälder, Bergseen und die typischen pagliai, ehemalige Schutzhütten für Menschen und Werkzeug, die heute von der Parkverwaltung gepflegt und erhalten werden.
Was man unbedingt gesehen haben sollte, sind das natürliche Amphitheater am Monte Quacella, der Piano Cervi mit seinen roten Buchenwäldern, die Kapelle bzw. Pilgerstätte Madonna dell’Alto, der Piano Pomo mit seinen Riesen-Stechplamen, die eine unglaubliche Höhe erreichen, die Grotta del Vecchiuzzo bei Petralia Sottana, das Tal Madonna degli Angeli an der Flanke des Monte San Salvatore, und das idyllische Tal Valle di Pomieri. Diese Wege sind alle leicht zu erreichen und gut beschildert; es gibt jedoch auch eine eigene Wanderkarte der Gegend, die in unseren dortigen Häusern ausliegt.
In den Madonien beherrscht man seit jeher die Kunst von Küche und Keller, in der die ausgezeichneten Produkte der Umgebung zur Geltung kommen; einige davon mit dem Qualitätssiegel „Slow Food“, z. B. die Bohnensorte fagioli a badda und die gekrümmten scharfen Chilischoten von Polizzi Generosa,, die Aprikosen von Scillato, der Provola-Käse und das „Manna“ (das süße Harz der Manna-Eschen) aus den Madonien. In den letzten Jahren eröffnete auch eine ganze Reihe hervorragender Restaurants, in denen die ortstypische Küche neu interpretiert wird, besonders in den Ortschaften Gratteri, Castelbuono, Polizzi Generosa und Petralia Sottana. Ein besonders erfolgreicher Betrieb ist Fiasconaro aus Castelbuono, dessen Gebäck mittlerweile in alle Welt exportiert wird. Fiasconaro betreibt auch ein Café mit Patisserie im Ortszentrum von Castelbuono, wo die hauseigenen Produkte probiert werden können. Ebenfalls in Castelbuono gibt es ein namhaftes Weingut, die Abbazia Sant’Anastasia, in einem ehemaligen Kloster inmitten von mit Reben bestandenen Hügeln gelegen, wo Weinproben und Besichtigungen der Kellerei angeboten werden. Daneben produziert das Madoniengebiet zahlreiche Frisch- und Fertigprodukte von hervorragender Qualität: Olivenöl, feine Konfitüren, Süßigkeiten, Manna, Waldpilze, Nüsse, Kastanien sowie verschiedenste Obst- und Gemüsesorten. In vielen Gegenden betreibt man noch Weidewirtschaft; von dort kommen die typisch sizilianischen Ziegen- und Schafskäse wie Ricotta, Tuma und Primosale, die in den Städtchen des Naturparks verkauft werden. Bei Gangi liegt ein großer Rinderzuchtbetrieb, der ausgezeichnetes Fleisch produziert. Auch einige Formen des lokalen Kunsthandwerks sind noch lebendig, darunter die Kunst der Herstellung von Majoliken und Töpferwaren in Polizzi Generosa und Collesano.
Wenn Sie das kulturelle und soziale Wesen der Insel von einst entdecken möchten, das heute in anderen Teilen Siziliens fast ganz verschwunden ist, so empfehlen wir Ihnen einen Besuch in den Bergdörfern des Naturparks, darunter insbesondere Castelbuono mit seiner mächtigen Burg Castello Ventimiglia; Polizzi Generosa, das in über 1.000 m Höhe auf seinem Felssporn liegt und eine bezaubernde Altstadt mit vielen Kirchen und Baudenkmälern hat; die beiden Petralie, das von den Normannen gegründete Petralia Sottana und die am höchsten gelegene und sehr malerische Ortschaft des Madonien-Gebirges, Petralia Soprana, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint; Geraci Siculo mit seinen engen, krummen Gassen mit Steinpflaster, und das majestätische Gangi mit dem schönsten Ausblick auf die Madonien-Landschaft überhaupt.
Je weiter Sie ins Innere des Parks vordringen, umso mehr werden Sie Ausschnitte des alten ländlichen Sizilien entdecken. In fast allen Dörfern des Parks werden die kirchlichen Festtage noch sehr mitempfunden und sind im Laufe der Jahrzehnte zu traditionellen Volksfesten geworden, und dazu kommen noch die unzähligen Feste zu Ehren bestimmter lokaler Produkte – kurz, eines dieser Feste findet immer statt! Aber der Naturpark bietet auch noch andere Möglichkeiten: in der Nähe von Petralia Soprana befindet sich in einem dichten Wald der neue Abenteuerpark Parco Avventura Madonie mit zahlreichen Trimmpfaden. Ein guter Ausgangspunkt für einen Abstecher in den Madonien-Naturpark ist der zauberhafte Fischerort Cefalù mit seinen vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten und wunderbaren Stränden ganz in der Nähe. Aber wenn Sie den Park wirklich aus erster Hand kennen lernen möchten, so gibt es dort natürlich auch viele schöne Häuser und Villen zu mieten, besonders in der Gegend um Polizzi Generosa.

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