Aidone und Morgantina

Aidone und Morgantina, das Herz des ursprünglichen Sizilien

Aidone wurde im 11. Jh. auf einem Höhenzug der Eräischen Berge über einer ehemaligen sarazenischen Siedlung Aidone errichtet. Wegen seiner Lage in luftiger Höhe auch der „Balkon Siziliens“ genannt, bietet Aidone wunderbar klare Luft und ein fantastisches Panorama in alle Richtungen: vom Ätna zum Nebrodi-Gebirge, von der Ebene von Catania bis zum Ionischen Meer und bis nach Syrakus. In der Nähe von Aidone liegt der eindrucksvolle Ausgrabungsort Morgantina. Von der hellenistischen Stadt wurden bedeutende Überreste ans Licht gebracht: verschiedene öffentliche Gebäude, die sich zumeist um die Agorà herum gruppieren, das Prytaneion (wo das heilige Feuer brannte und Opfer dargebracht wurden), das Ekklesiasterion (hier fanden öffentliche Versammlungen statt), das zweiflügelige „Heiligtum der Agorà“, der öffentliche Kornspeicher, der „Große Brennofen“, das Theater, der Schlachthof aus römischer Zeit sowie reich ausgeschmückte Privathäuser mit Mosaikböden und Wandfresken. Die zahlreichen Fundstücke aus den Grabungen sind im Museum von Aidone zu sehen, darunter auch die berühmten Silberstücke aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert, die jahrelang im New Yorker Metropolitan Museum of Art ausgestellt waren und nun nach Sizilien zurückgekehrt sind. Um Aidone herum scheint die Natur sich in ganz besonderer Vielfalt hervorzutun: Dichte Wälder, grüne Hügel, goldüberhauchte Täler, fruchtbare Ebenen und Wasserläufe verleihen der Landschaft unvergleichliche Farben und Düfte. Die kleine Ortschaft mit den antiken Ursprüngen liegt in einem der naturkundlich und kulturell interessantesten Gebiete Zentralsiziliens, denn hier finden sich alte, bestens erhaltene Gutshöfe ebenso wie mehrere mittelalterliche Schmuckstücke: die elegante, auf einer Erhebung über einem Bach gelegene kleine Kirche San Marco (1140) und das auf der Spitze eines riesigen Felssporns thronende Castello Pietratagliata oder Gresti. Die Burgruine liegt vollkommen isoliert und fügt sich perfekt in die Umgebung ein; hier verschmelzen Landschaft und Geschichte in einer Weise, die auf Sizilien so gut wie einzigartig ist. Etymologisch geht der Name Aidone auf das arabische Wort Ay-ndun zurück, das so viel bedeutet wie „obere Wasserquelle“. In der Tat liebten die Araber Aidone eben wegen seines Wasserreichtums, der das Gebiet auch heute noch kennzeichnet, aber erst unter der Normannen erhielt Aidone den Status als selbständige Stadt (es gehörte zu den sog. „lombardischen Städten“) und gewann damit strategische und politische Bedeutung. Aus der Normannenzeit stammen die Kirchen Santa Maria la Cava (oder del Piano) und Sant'Antonio Abate, während die Überreste des „Castellaccio“ am höchsten Punkt der Stadt auf die Aragonier zurückgehen.

Häuser in der Nähe von Aidone und Morgantina