Militello in Val di Catania

Militello in Val di Catania, UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit erklärt

Zwischen dem Val di Noto, den Hügeln um die Zitrusgärten der Ebene von Catania und dem Flusstal des Lembasi gelegen, ist Militello eine Stadt der Kunstgeschichte, aber auch der Orangen und der traditionellen Süßigkeiten aus Traubenmost und Kaktusfeigen. Zusammen mit Caltagirone, Catania, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa, Modica und Scicli wurde Militello 2002 als Erbe der Menschheit in die UNESCO-Liste der spätbarocken Städte des Val di Noto aufgenommen. Der Name der Ortschaft leitet sich von den lateinischen Wörtern Militum Tellus her, „Land der Soldaten“, da die Stadt der Legende zufolge während der Belagerung von Syrakus im Jahre 214 v. Chr. von dem römischen Konsul Marcellus gegründet wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich um eine byzantinische Ansiedlung, wie die Reste von Fresken bezeugen, die in einigen Höhlen in der Nähe gefunden wurden; diese wurde in der Folge von den Arabern besetzt und fiel in der Feudalzeit an die Adelsfamilien Barresi und Branciforte. Die vielen Kirchen, Palazzi und Bauwerke mit ihren überbordenden barocken Verzierungen an Balkonsockeln, Giebelfeldern, Fassaden und Portalen, dieses reichhaltige mittelalterliche und barocke Erbe, macht Militello in Val Catania zu einer hochinteressanten Etappe auf den Spuren des sizilianischen Barock.An der Via Matrice erhebt sich auf einem hohen Sockel mit Treppenaufgang aus Lavastein die Mutterkirche (San Nicolò e Santissimo Salvatore), die nach dem Erdbeben von 1693 wieder aufgebaut wurde und heute eine schöne Kuppel aus dem 20. Jh. aufweist; im Innern gibt es wertvolle Gemälde aus dem 18. Jh. und ein barockes Holzkreuz. Gleich neben der Kirche liegt das Museo di San Nicolò mit kostbaren Kunstwerken und Kirchenmöbeln aus dem 16. Jh. Auf der Piazza Municipio erhebt sich der großartige Baukomplex der Benediktinerkirche, die 1623 von dem Architekten Valeriano De Franchis erbaut wurde. Sie enthält einen sehr schönen hölzernen Chor mit Szenen aus dem Leben des hl. Benedikt, sowie ein Gemälde von Giovanni Battista Baldanza jr. das ehemalige Benediktinerkloster (1649 fertiggestellt) gleich neben der Kirche ist heute Sitz des Rathauses. Militello hat noch zahlreiche weitere Kirchen, die durchaus einen Besuch wert sind: Santa Maria della Catena (mit Kassettendecke und barocken Stuckarbeiten aus dem späten 7. Jh.), Sant´Antonio di Padova, San Francesco d´Assisi (mit Gemälden von Filippo Paladini), die spätgotische Kirche Santa Maria la Vetere, Santa Maria della Valle (1722, mit separatem, massivem Glockenturm und einem Andrea Della Robbia zugeschriebenem Gemälde), Santa Maria la Stella (1700; mit reichem Schnitzwerk verzierte Fassade), das Oratorio dell´Angelo (mit einem wunderschönen Majolikaboden aus Caltagirone, 1785) sowie die Adelsresidenzen Palazzo Baldanza, Palazzo Baldanza-Denaro, Palazzo Majorana, Palazzo Reforgiato und Palazzo Rametta Reburdone. An gastronomischen Produkten sind besonders die Süßigkeiten aus Militello bekannt und beliebt, bei denen Mandeln und vin cotto (gewürzter Wein) die Hauptzutaten bilden und ihnen einen exquisiten mediterranen Geschmack verleihen. Berühmt ist auch der hiesige Senf aus Kaktusfeigen.

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